
Wein
Im Berichtszeitraum hat sich der Strukturwandel im bayerischen Weinbau weiter fortgesetzt.
Rebflächenentwicklung in Bayern nach Weinbaukartei, Erhebung erfolgt in Betrieben ab 10 Ar Rebfläche (Die Zahlen beinhalten auch reine Traubenproduzenten)
Anbaujahr | Zahl der Betriebe | Rebfläche insgesamt (ha) | Rebfläche im Ertrag (ha) |
---|---|---|---|
2008 | 5.219 | 6.299 | 6.059 |
2009 | 5.031 | 6.297 | 5.960 |
2010 | 4.863 | 6.294 | 5.883 |
2011 | 4.670 | 6.291 | 5.887 |
2012 | 4.447 | 6.154 | 6.040 |
2013 | 4.270 | 6.288 | 6.100 |
2014 | 4.112 | 6.289 | 6.104 |
2015 | 3.888 | 6.295 | 6.066 |
Auf 81 % der Rebfläche, die mit weißen Rebsorten bestockt sind, stellen die Sorten Müller-Thurgau mit rd. 27 %, Silvaner mit rd. 23 % und Bacchus mit 12 % die wichtigsten Rebsorten dar. Auf 19 % der Rebfläche stehen rote Rebsorten im Ertrag – hauptsächlich Domina (5,4 %) und blauer Spätburgunder (4,4 %).
Die bayerische Gesamtrebfläche von 6 295 ha teilt sich auf die drei bayerischen Weinbaugebiete wie folgt auf:
- bestimmtes Anbaugebiet Franken 6 231,1 ha
- Landweingebiet Regensburg 5,7 ha
- bestimmtes Anbaugebiet Württemberg – Bereich bayerischer Bodensee 57,8 ha.
Weinmarkt
Frankenwein erfreut sich immer größerer Beliebtheit bei den Verbrauchern. Dies ist der hohen Qualität des Frankenweins sowie den gezielten Werbemaßnahmen, finanziert aus dem bayerischen Weinfonds, zu verdanken. Für den Weinfonds bezahlt jeder Winzer jährlich eine Abgabe von 175 € pro Hektar Rebfläche.
Mit seinen rd. 6 300 ha bestockter Rebfläche ist Bayern nach Rheinland-Pfalz (rd. 64 000 ha), Baden-Württemberg (rd. 27 400 ha) zwar das drittgrößte weinbautreibende Bundesland, im europäischen Maßstab jedoch ein relativ kleines Anbaugebiet. Daher ist es sehr erfreulich, dass fränkische Winzer auf nationaler und internationaler Ebene regelmäßig und in großer Anzahl Preise gewinnen und so ihre Qualitätsführerschaft unterstreichen. Dies ist letztendlich das Ergebnis der Qualitätspolitik, die gemeinsam von Erzeuger, berufsständischer Vertretung, Verwaltung und Staatsregierung getragen wird.
Erträge und Mostertrag in Bayern
Anbaujahr | Rebfläche im Ertrag (ha) | Mostertrag (hl) | Hektarertrag (hl/ha) |
---|---|---|---|
2008 | 6.059 | 463.852 | 78 |
2009 | 5.960 | 488.720 | 82 |
2010 | 5.883 | 354.079 | 60 |
2011 | 5.877 | 361.919 | 62 |
2012 | 6.040 | 477.987 | 79 |
2013 | 6.100 | 433.066 | 71 |
2014 | 6.104 | 469.043 | 77 |
2015 | 6.066 | 419.875 | 69 |
Bayern hat im Berichtszeitraum die Förderinstrumente der EU in Form des bayerischen Programms zur Stärkung des Weinbaues weitergeführt. Es dient vor allem dazu, die vorhandenen Strukturen so zu stärken, dass die alteingesessenen Weinbaubetriebe konkurrenzfähig bleiben und die landschaftlich reizvollen Steillagen erhalten werden können.
Weintourismus
Der Weinbau in Franken ist Bindeglied zwischen Wirtschaftsbereichen einerseits (z. B. Landwirtschaft, Hotellerie/Gastronomie, Kunst, Kultur) sowie Landschaft und Menschen andererseits. Die enge Zusammenarbeit zwischen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), dem Fränkischen Weinbauverband e. V. und dem Tourismusverband Franken e. V. sowie vielen anderen Partnern ist Garant für die sehr erfolgreichen Weintourismusaktivitäten. Franken hat hier eine bundesweite Spitzenposition und ist beispielgebend für andere Weinbauregionen.
So ist Wein in Franken ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Allein mit der Weinvermarktung werden 150 bis 180 Mio. € jährlich umgesetzt, im Weintourismus ist es etwa das Zehnfache: 1,5 Mrd. € geben die Gäste pro Jahr in Weinfranken aus. Basis für den Erfolg sind die vom Weinbau geprägte malerische Landschaft und die Weinqualität. Damit tragen Weinbau und Weintourismus erheblich zur Wertschöpfung und Beschäftigung und damit zur Vitalität des ländlichen Raum Frankens bei.