Sprungmarken:

http://www.agrarbericht-2016.bayern.de/landwirtschaft-laendliche-entwicklung/nachwachsende-rohstoffe.html

Nachwachsende Rohstoffe

Nachwachsende Rohstoffe werden sowohl zu Energiezwecken als auch für die stoffliche Verwertung genutzt, wobei die energetische Nutzung die hauptsächliche Verwendung darstellt. Die Nutzung von Biomasse ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor geworden. Der jährliche Umsatz in Bayern beläuft sich auf etwa 2 Mrd. €.

Landwirtschaftliche Rohstoffe

Die Flächennutzung für die Erzeugung von nachwachsenden Rohstoffen betrug im Jahr 2015 rd. 457 000 ha. Dies entspricht etwa 14 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche Bayerns.

Im Jahr 2015 wurden unter Berücksichtigung der Koppelproduktion zur energetischen und stofflichen Verwendung auf rd. 367 000 ha Ackerfläche nachwachsende Rohstoffe angebaut (rd. 17 % der Ackerfläche) und etwa 90 000 ha Grünland genutzt. Darin enthalten sind Dauerkulturen zum Anbau von Festbrennstoffen zur energetischen Nutzung (Kurzumtriebsplantagen, Miscanthus, Riesenweizengras, Durchwachsende Silphie, rd. 5 000 ha), die auf Ackerflächen angebaut werden.

Rd. 92 % der für nachwachsende Rohstoffe verwendeten Fläche entfallen somit auf Energiezwecke, 8 % auf die stoffliche Nutzung.

Anteile an Anbau und Verwendung nachwachsender Rohstoffe in Bayern 2015 (Bayern insgesamt: 457 000 ha) – Schaubild 44 in höherer Auflösung

 

 

Anbau und Verwendung nachwachsender Rohstoffe in Bayern 2015

BiogasBiodiesel und RapsölkraftstoffeStoffliche NutzungBioethanolDauerkulturen für FestbrennstoffeGesamt
Insgesamt (ha)335.00070.00038.0009.0005.000457.000
davon
Grünland (ha)90.000000090.000
Ackerfläche (ha)245.00070.00038.0009.0005.000367.000

Bei der Verwendung für Biokraftstoffe ist zu berücksichtigen, dass die eiweißreichen Koppelprodukte des Kraftstoffs als heimische Eiweißfuttermittel in die Viehfütterung gehen und damit mittelbar durch die Erzeugung von Milch, Fleisch und Eiern der menschlichen Ernährung dienen. Dies unterstützt auch die Bayerische Eiweißinitative.

Forstliche Rohstoffe (Holz)

Holz ist für die Wärmeerzeugung der wichtigste erneuerbare Energieträger. Als Scheitholz, Hackschnitzel oder in Form von Pellets wird Holz umweltfreundlich und mit hohen Wirkungsgraden verwertet. In Bayern werden jährlich etwa 6 Mio. Tonnen atro (absolut trocken, überwiegend in Form von Scheitholz) bzw. rd. 14 Mio. Festmeter Holz vorwiegend zur dezentralen Wärmeerzeugung genutzt. In Privathaushalten wurden rd. 8 Mio. Festmeter, in Holzheiz(kraft)werken rd. 5 Mio. Festmeter und in industriellen Feuerstätten rd. 1 Mio. Festmeter Holz verbrannt (Stand 2012).

Dies entspricht einem Primärenergieeinsatz von ca. 100 PJ. Erst ein Vergleich mit der äquivalenten Heizölmenge macht die Bedeutung von Holz deutlich: Die nachhaltige Nutzung der heimischen Wälder reduziert die Importabhängigkeit Bayerns um etwa 2,4 Mio. Tonnen Heizöl (zum Vergleich: Gesamtverbrauch Heizöl in 2010: 4,5 Mio. Tonnen).

In Bayern gibt es rd. 2 000 Biomasseheiz(kraft)werke, rd. 2,2 Mio. Holzöfen und offene Kamine, davon sind 430 000 Stückholz- oder Hackschnitzelheizungen.